Wie du endlich ins Handeln kommst. Tag 55 von 90

Tag 55 von 90. So, und in 5 Tagen ist das zweite Drittel auch schon voll. Mann, was war dieses 90-Tage-Projekt #Cor90 für eine Reise bis jetzt! Es gab Höhen und es gab Tiefen und du bist/warst live dabei. Hi. 👋

Der Start lief gut, ich war gut im Training, machte meine Zuckerfrei-Challenge und dann habe ich eine wichtige Entscheidung getroffen, die mein Leben die nächsten Jahre sehr beeinflussen wird. Zunächst fühlte ich mich so befreit, anschließend auch so gestresst, weil diese Entscheidung sehr viel ins Rollen brachte und einen intensiven Domino-Effekt auslöste. Es gab einiges zu erledigen und manche Dinge stressten mich mehr, als mir lieb war. Mein Körper gab mir ein Zeichen, ich musste mich bremsen, nochmal meine Gesundheit abchecken und ruhen. Hui.. Meine Probleme haben sich gut gelöst bzw. sind sie dabei sich zu lösen, ich bin am richtigen Weg und der Stein ist nun definitiv am Rollen.

Wie in den letzten Tagen schon berichtet, geht es mir deshalb (trotz Coronakrise) sehr gut, meine Energie ist wieder da und ich bin wieder zu 100% gesund (auch, wenn meine Nase und meine Wunde im Gesicht noch immer nicht ganz verheilt ist. Man, dauert Genesung manchmal lange).

Sooooo… warum habe ich das alles nochmal zusammengefasst?

Gute Frage. Vermutlich für mich selbst. Zum Reflektieren & um zu realisieren, dass mein Projekt in 35 Tagen schon wieder vorbei ist. Die Zeit rast. Das habe ich jetzt auch schon 100x mal gesagt. Sorry, für die ständige Wiederholung, aber genau das löst in mir immer etwas aus, dass ich realisiere, wie viel Spaß es macht zu handeln und zu sehen, was alles möglich ist, wenn man wirklich was tut. Oder man sieht auch, was man nicht tut, obwohl man sich das vorgenommen hat. Die Zeit vergeht, ganz egal, ob ich agiere und meinem Ziel nachgehe, oder nicht.

Joahh.. Und deshalb denke ich zurück, warum ich diese Challenge eigentlich gestartet habe. 90 Tage bloggen ist das Ziel. Das läuft bis jetzt auch sehr gut. Auch, wenn ich mal zwei Tage ausgesetzt habe, weil ich den ganzen Tag unterwegs war. Ziel ist nicht Perfektion. Ziel ist es die Routine zu entwicklen und etwas zu tun, was mir Freude bereitet. Schreiben bereitet mir riesige Freude und hat mir definitiv geholfen, aus meinem Loch rauszukommen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist und war meine Gesundheit. Im Winter war ich ja wegen dem Herpes-Virus ziemlich krank. Kam wieder ins Training, war wieder angeschlagen, musste pausieren. Jetzt bin ich wieder gut dabei. Der Trainingspart ist immer das einfache für mich. Schwieriger ist es mir der Ernährung. Die ersten 30 Tage zuckerfrei waren richtig cool. Hart, aber cool. Meine Haut wurde deutlich besser und mir ging‘s gut. Dann habe ich damit aufgehört und jetzt möchte ich wieder loslegen. Die letzten 35 Tage möchte ich mich nochmal herausfordern.

Endlich ins Machen kommen

Ich bekomme oft die Fragen, wie man denn endlich ins Handeln kommt. Ein großes Hindernis ist oft unsere eigene Angst. Dazu habe ich selbst am Anfang meines Projekts geschrieben, da es mir ähnlich ging. Manchmal ist es auch einfach eine Ausrede, weil wir nicht wirklich Bock drauf haben. Manchmal ist es uns einfach nicht wichtig genug.

Doch eine der größten Hürden ist die: Wir verkomplizieren die Sache so unglaublich!

“Ich möchte endlich mehr Sport machen. Aber dazu brauche ich ein teueres Fitnessstudio, neue Kopfhörer, muss mir 2 Stunden dafür Zeit nehmen, ein Trainingsprogramm suchen, dann weiß ich nicht welchem Fitnesstrend ich folgen soll. Yoga oder doch lieber laufen oder Gym-Training?“

Oder: Zieh dir Sportschuhe an. Geh raus. Spaziere 40 Minuten. Fertig.

“Ich möchte mich endlich gesund ernähren, aber ich weiß nicht, ob Vegan, Vegetarisch oder ist Fleisch besser ist? Ich weiß nicht, wie viele Kalorien ich zu mir nehmen soll oder wie ich diese zählen muss. Welche Diät ist denn die effektivste? Ich liebe meine Schokolade vor dem Fernseher.. wie kann ich denn mehr Willenskraft aufbringen?“

Oder: Iss genau das gleiche. Nimm eine Portion, statt zwei. Kauf mal Gemüse ein. Gib das hinzu. Fertig. (Zumindest für den Einstieg).

Raus aus der Schublade

Zudem verstärken wir unsere Identität und entwickeln eine emotionale Bindung dazu. „Ich bin ein Morgenmensch.“ – oder du siehst dich einfach als Mensch, der gerne früh am Morgen aufsteht. „Ich bin eine Raucherin.“ – oder du siehst dich als eine Person, die ständig zur Zigarette greift. „Ich bin so ein Couchpotato.“ – oder du bist eine Person, die sich dazu entscheidet sich auf‘s Sofa zu legen.

Wir entscheiden uns, dass gewisse Verhaltensweisen unsere Identität repräsentieren. Das ist gut und schlecht. Gut, wenn es Gewohnheiten sind, die uns stärken. Schlecht, wenn es schlechte Gewohnheiten sind. Jetzt könnte ich auch über das Selbstbild schreiben und wie wichtig es ist, was und wie du über dich selbst denkst. Das ist auch wichtig, aber darauf will ich heute nicht hinaus. Es ist ein kleiner Zwiespalt, denn auch, wenn die eigene Identität wichtig ist, so wird auch schnell mal ein „zu viel“ davon und es wird die perfekte Ausrede. „Aber ich bin doch kein Morgenmensch.“ – Doch. Nur noch nicht. Aktuell bist du einfach eine Person, die sich dazu entscheidet spät schlafen zu gehen, dann bist du am nächsten Tag müde und somit kein Morgenmensch.

5 Minuten. Fertig.

Wenn du dir „Ich bin kein Fitnessmensch“ einreden kannst, kannst du dir genauso „Ich werde zur sportlichen Person“ einreden. Anschließend fängst du einfach damit an. Stell die Laufschuhe ins Badezimmer. Am nächsten Morgen stehst du auf, putzt dir die Zähne (bestehende Gewohnheit) und ziehst anschließend die Schuhe und Sportklamotten an. Geh raus. 5 Minuten. Komm wieder heim. Fertig. Schon warst du 5 Minuten aktiv. 5 Minuten? Ja. Für den Anfang reicht das. Wir brauchen keine Perfektion, wir brauchen zunächst nur kleine Handlungen.

Eine wichtige Frage, die was verändert

Nimm mal deine Identität aus der Schublade und leg sie beiseite. Ehrlich gesagt, geht es ja gar nicht um mich. Es geht nicht um dich. Es geht nicht um unser Ego.

Frag dich einfach, ganz rational und objektiv: „Ist das eine gute Sache, die ich machen kann?“ Ja? Dann mach es. Nein? Dann mach es nicht. Fertig.

Ende der Geschichte.

Eine Fassade

Das „Geheimnis“, um endlich ins Handeln zu kommen oder eine bestehende Gewohnheit (wie z.B. Naschen) loszuwerden, ist zu realisieren, dass die Schublade, in die du dich gesteckt hast und „ich bin so“ benannt hast, gar nicht existiert. Es ist arbiträr. Eine Fassade, hinter der wir uns verstecken (und gerne als Ausrede benutzen). Somit kannst du es willkürlich und bewusst ändern. Du bist kein Raucher. Du bist eine Person, die sich dazu entscheidet zu rauchen. Du bist nicht unproduktiv. Du bist eine Person, die sich dazu entscheidet Dinge zu tun, die nicht nützlich sind. Du bist nicht unsportlich. Du bist eine Person, die sich gegen Bewegung entscheidet.

Wie ändern wir das jetzt? Eine Handlung nach der anderen. Steck dich (oder die Handlung) nicht in eine Schublade. Verkompliziere nichts. Mach kein großes Ding draus. Denk dir nicht was andere oder der Papst jetzt von dir denken. Mach. Es. Einfach. Punkt.

Denn niemand denkt an uns. Jeder ist mit seiner eigenen Schublade beschäftigt. Wir sind alle nur eine Ketchupflasche im Kühlschrank. Das wichtigste zu realisieren ist, dass es nicht um große Veränderungen geht. Es geht nicht um dich. Nur um kleine, rationale Entscheidungen. Untätigkeit ist keine Option mehr. Sind die Entscheidungen immer einfach? Nein. Weil ja unsere Emotionen noch an dem Ding hängen. Doch hier kommt folgendes Zitat ins Spiel:

„Einfache Entscheidungen, hartes Leben.
Schwierige Entscheidungen, einfaches Leben.“ – Jerzy Gregorek

Wie ich das jetzt selbst im Alltag anwende

So, was für ein ewig langer Blogpost. Wie ich das jetzt im Alltag anwenden werde? Ich gehe zurück zu meiner Zuckerchallange und da ich aufgrund von Corona gerade bei meinen Eltern bin (und es hier nur von Süßigkeiten wimmelt), wird das besonders hart und auch ich habe schon oft gesagt, dass „ich eine Naschkatze bin“. Raus aus der Schublade. Ich bin eine Person, die Süßigkeiten isst. Punkt. Also kann ich auch eine Person sein, die keine Süßigkeiten isst und stattdessen lieber zum Apfel greift.

Wie gesagt, das bedeutet nicht, dass es immer einfach wird. Rückschläge sind auch ok. Aber es ist ein Anfang. Perfektion ist nicht das Ziel. Untätigkeit ist keine Option. Handeln, ist.


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