5 Tipps für mehr Motivation

Motiviert durch den Winter

Puh, jetzt ist sie wieder da, die dunkle und kalte Jahreszeit. Gerade im Herbst und Winter können wir eine extra Portion Motivation gut gebrauchen. Hier möchte ich mit dir daher fünf neue Tipps und Denkanstöße teilen, dir dir dabei helfen können, dich besser zu motivieren und deine Ziele zu erreichen. Bevor ich zu den Tipps komme, möchte ich dir noch von einem spannenden Event aus dem letzten Jahr erzählen – denn auch hier ging es um das Thema Motivation. Und zwar in einem ganz besonderen Kontext.

Hier gibt es auch die Podcast Episode dazu zum Hören:

Diagnose Rheuma: Motivation für Betroffene

Im Oktober hatte ich die Ehre beim ersten digitalen Rheuma-Patientenworkshop dabei zu sein. Dieser fand in Kooperation mit AbbVie, den Patientenorganisationen Österreichische Rheumaliga, Rheumalis und Österreichische Vereinigung Morbus Bechterew statt. Im Workshop kamen fünf RheumapatientInnen zusammen, die ganz offen und ehrlich darüber redeten, wie es ihnen mit ihrer Krankheit geht. Für mich war es sehr spannend zu erfahren, wie es den Betroffenen zum Zeitpunkt ihrer Diagnose gegangen ist, wie sie sich in der aktuellen Corona Pandemie fühlen, was ihnen Kraft gibt und was ihnen wiederum Energie raubt. Als Mentaltrainerin durfte ich im Zuge dessen einen Workshop zum Thema Motivation und Zielerreichung leiten. Unter dem Motto „(Mein) Leben mit Rheuma“ erarbeiteten wir, wie man seine eigenen Superkräfte stärkt, indem man sich klare Ziele setzt. #Rheumunity

Kurze, spannende Anmerkung noch: Demnächst wird es eine Plattform für Betroffene geben, den Link dazu findest du hier: www.lebenmitrheuma.at 🙂

A group of people posing for a photo

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Auch ich habe im Workshop viel gelernt: Die Betroffenen haben so ehrlich über ihre Herausforderungen gesprochen, was in meinen Augen unglaublich mutig war. Denn mentale Stärke entsteht nicht, wenn wir mit einem falschen Lächeln durch die Welt laufen, sondern indem wir uns auch verletzlich zeigen, unsere Gefühle und Herausforderungen annehmen und agieren anstatt in einer Opferrolle festzuhängen.

Damit kommen wir auch schon direkt zu meinem ersten heutigen Tipp:

1. Bereitschaft zu mehr Verletzlichkeit

Gib dir die Erlaubnis, verletzlich zu sein. Nur wenn du mutig bist, kannst du deine Ziele auch erreichen. Wenn du ein Ziel vor Augen hast, dir die Erreichung aber schwer fällt, liegt es nicht daran, dass es unmöglich ist. Vielmehr ist das größte Hindernis, dass wir oft Angst vor unseren Zielen haben. Wir glauben, wir müssen es perfekt meistern. Wir glauben, dass wir uns keine Fehler erlauben und niemals auf die Nase fallen dürfen. Aber das stimmt gar nicht! Das Wichtigste ist einfach, dass du die Bereitschaft hast und dich traust, deinem Ziel nachzugehen.

Zu Beginn wirst du vielleicht ein mulmiges Gefühl in dir spüren und denken: „Oh mein Gott, ich trau mich nicht…!“ Hinzu mischen sich Unsicherheiten: „Oh nein, was werden jetzt die anderen von mir denken?“ Wenn du ein Ziel in Angriff nimmst und offen dazu stehst, machst du dich in gewisser Weise verletzlich. Das kann im ersten Moment ganz schön unangenehm sein. Aber genau hier liegt der springende Punkt. Wenn du deine Verletzlichkeit in diesem Moment bewusst wahrnimmst und dann trotzdem handelst, hast du schon gewonnen.

Mutig zu sein bedeutet nicht, dass du keine Angst hast. Mutig zu sein heißt, dass du trotz dieser Angst handelst und trotz dieser Verletzlichkeit Bereitschaft zeigst, deinem Ziel nachzugehen. Mut ist nichts, was man entweder hat oder nicht hat – es geht hier wirklich um deine Bereitschaft, trotz Unsicherheiten zu handeln.

Was bedeutet Verletzlichkeit?

Wir machen uns z.B verletzlich, indem wir etwas Neues wagen. Wenn du etwas Neues wagst hast mit mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht viel Wissen in dem Bereich und hast zudem Angst vor einer Blamage – dabei ist es super cool AnfängerIn zu sein! Denn am Anfang machst du schnelle Fortschritte und hast eine steile Lernkurve. Also genieße wirklich diese Anfangsphase.

Verletzlichkeit bedeutet auch, jemanden um Hilfe zu bitten. Ich habe z.B. dieses Jahr die Medizin-Aufnahmeprüfung gemacht und wusste, dass ich dafür Physik lernen musste. Scheiße – denn ich war mein ganzes Leben wirklich schlecht in Physik. Was habe ich getan? Ich habe Nachhilfe genommen, obwohl mir das sehr unangenehm war. Vor allem, wenn ich bei jeder noch so banalen Sache nachfragen musste.

2. Ohne Motivation handeln

Wir glauben immer, dass wir zuerst motiviert sein müssen und dann erst die Handlung darauf folgt. Ja, es wäre tatsächlich cool, wenn wir einfach auf der Wiese stehen würden und auf einmal schießt uns die Motivation wie ein Blitz ein. Leider funktioniert das nicht so. Ich bekomme so oft die Frage: „Klara, ich bin so unmotiviert. Wie kann ich mich motivieren?“ An dieser Stelle möchte ich eine Gegenfrage stellen: Wie sehen deine innere Haltung und Sprache aus? Wenn du im Winter nach der Arbeit nach Hause kommst und dir denkst: „Bäh, es ist so kalt und finster, ich leg mich auf die Couch!“, dann bist du nicht unmotiviert, sondern du hast dich einfach dazu motiviert, auf der Couch zu liegen. Und wenn du dich dazu motivieren kannst, auf der Couch zu liegen, dann kannst du dich auch dazu motivieren, deinem Ziel nachzugehen.

Der Ablauf ist also nicht, dass du zuerst motiviert bist und darauf dann die Handlung folgt. Am Anfang steht die Intention: Was möchtest du erreichen? Vielleicht möchtest du einen Marathon laufen. Okay, cool. Dann folgt die Handlung. Du machst die einen Trainingsplan und beweist Disziplin, indem du dich daran hältst. Am Anfang ist es mühsam und du siehst noch keine Fortschritte. Aber auf einmal merkst du, dass du ein kleines bisschen schneller geworden bist und mehr Ausdauer hast. Und dieser kleine Fortschritt ist essentiell und sorgt für Motivation.

3. Selbstreflexion: Wovor hast du Angst?

Wie bereits schon bei Punkt 1 erwähnt, geht es beim Thema Zielerreichung oft darum, dass du etwas Neues wagst. Das wiederum ist verbunden mit zweifelnden Fragen „Was, wenn es nicht funktioniert? Was, wenn ich Fehler mache? Was, wenn ich mich vor den anderen blamiere?“ Solche Gedanken sind völlig normal. Wir sind soziale Wesen, daher ist es ein ganz normales, inneres Bedürfnis, dass wir uns nicht vor anderen blamieren wollen. Deshalb möchte ich dir sagen: Es ist okay, Angst zu haben. Du bist einfach nur ein Mensch, der sich zugehörig fühlen und sich nicht blamieren möchte.

Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass du dich tatsächlich blamierst, sehr gering. Natürlich wird es Menschen geben, die das, was du tust, vielleicht abschätzend kommentieren werden. Die Mehrheit aber wird dich unterstützen und dich in deinem Tun bestärken. Also versuche es einfach! Das Schlimmste, was dir passieren kann, ist dass du es probierst und dann draufkommst, dass es doch nichts für dich ist. Das bedeutet dann nicht, dass du versagt hast, sondern, dass du eine neue Erkenntnis gewonnen hast, mit der du weiterarbeiten kannst.

4. Klares Ziel und konkreter Handlungsplan

Wenn ich mit Leuten über ihre Ziele rede, bekomme ich ganz oft zu hören: „Ich wäre gerne zufriedener und gelassener.“ Okay, schön und gut, aber was genau bedeutet das für dich? Zufriedenheit und Gelassenheit sind zwei sehr dehnbare Begriffe, die für jeden etwas anderes bedeuten können. Vielleicht bist du zufrieden, wenn du fünf Mal pro Woche Yoga machst? Oder es bedeutet, dass du deine Arbeitszeit um eine gewisse wöchentliche Stundenzahl reduzierst. Oder aber, dass du abends deine Kinder pünktlich und möglichst stressfrei ins Bett bringen kannst… Was ich damit sagen möchte: Du musst dein Ziel klar definieren, um dadurch klare Handlungsanweisungen entwickeln zu können

Oft sehen wir nur dieses große, undefinierte Ziel vor uns. Du willst abnehmen? Okay, wie viel willst du abnehmen? In welchem Zeitraum? Welche Zwischenziele kannst du dir stecken? Und was kannst du konkret und jeden einzelnen Tag tun, um dieses Ziel zu erreichen? Ein Ziel muss so klar wie möglich sein, damit du es greifen kannst. Ansonsten kommt es schnell zur Überforderung, weil das Ziel so riesig erscheint, dass du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst. Und schon landen wir wieder an dem Punkt, an dem du denkst, du seist unmotiviert…

Also mein Tipp: Schreibe dein Ziel auf und formuliere es klar und deutlich. Zum Beispiel: Ich möchte mindestens zwei Mal pro Woche Yoga machen, und zwar immer montags um 18:00 Uhr und mittwochs und 19:00 Uhr. Diese beiden Termine schreibst du dir dann direkt in deinen Kalender und nimmst sie auch als wichtige Termine wahr. So weißt du genau, was deine Handlungsanweisung ist.

5. Den Weg zum Ziel in den Alltag integrieren

Wir alle kennen den banalen Kalenderspruch: Der Weg ist das Ziel. Ja, ich weiß, dieser Spruch ist schon ziemlich ausgelutscht, aber es ist tatsächlich etwas dran. Warum? Aus jetziger Sicht mag dein Ziel vielleicht weit von dir entfernt liegen, sodass es fast schon einschüchternd wirkt. Aber halte dir vor Augen: Der Moment, in dem du das Ziel erreichst ist im Endeffekt nur ein ganz kurzer Moment. Dieser Moment ist zwar super cool, aber im Vergleich zu dem ganzen Weg, den du davor schon zurückgelegt hast, dauert er nur nur kurz. Den Weg dorthin gehst du jeden Tag. Auf diesem Weg gilt es nun herauszufinden, was dir Kraft gibt und was dir Kraft raubt.

Auch in unserem anfangs erwähnten Workshop haben wir überlegt, was uns Kraft gibt. Hier ein kleiner Einblick, was die RheumapatientInnen in unserem Workshop erwähnt haben:

  • Natur
  • Sich Freizeit gönnen
  • Hobbies
  • Familie & Freunde
  • Austausch mit anderen Betroffenen oder Gleichgesinnten
  • Rückzugsmöglichkeiten zur Erholung
  • Gesunde Ernährung
  • Unterstützung von empathischen und kompetenten ÄrztInnen
  • Kleine Erfolge feiern
  • Sich kreativ ausleben
  • Selbstverwirklichung
  • Guter Schlaf
  • Meditation
  • Grenzen setzen
  • Selbstliebe und Dankbarkeit

Was gibt dir Kraft?

Du kannst für dich nun auch ganz individuell reflektieren, was dir Kraft gibt. Überlege, wie dir die Handlungen zur Zielerreichung leichter fallen und mehr Spaß machen können. Wie kannst du es dir so einfach wie möglich machen? Wenn du dir darüber im Klaren bist, kannst du versuchen, diese Dinge auch ganz bewusst in deinen Alltag zu integrieren.

Bonustipp: 80/20 Regel

Niemand ist perfekt und es passieren immer wieder mal unvorhersehbare Dinge. Wir können einfach nicht immer 100% geben. Wenn du übermäßig gestresst bist oder dir die Energie fehlt, ist es auch total okay, auch mal einen Gang zurückzuschalten. Nimm dir den Druck, gönn dir eine Pause. Wenn du zu 80% aktiv auf dein Ziel hinarbeitest und dir auch mal den nötigen Tritt in den Hintern gibst, ist es nicht so schlimm, wenn du es die restlichen 20% mal etwas ruhiger angehst.

Werbung. Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit AbbVie.

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