Wie du öfter und selbstbewusst „NEIN!“ sagen kannst

„Hej Klara, kannst du..?“
Nein.“

„Möchtest du Produkt XY testen?“
Nein.“

„Kannst du mir zeigen, wie das geht?“
Nein.“

„Möchtest du..?“
Nein.“

„Bitte, geht auch ganz schnell..“
Nein, nein, neeeeein.

 

„Half of the troubles can be traced to saying ‚yes‘ too quickly and not saying ’no‘ soon enough.“ – Josh Billings

 

Warum sagen wir so oft „Ja“?

Als „Ja-Sager“ wird man schnell beliebt. Immer hilfsbereit, immer da, immer Zeit für andere.

Es liegt in unserer Natur, dass wir helfen wollen. Wir wollen Anerkennung und wir wollen geschätzt werden. Dies ist ganz normal und jeder Mensch hat in irgend einer Form dieses Bedürfnis. Wir werden höflich und nett erzogen und wollen „everybodies darling“ sein. So war ich auch.
Hier eine Anfrage, dort ein Gefallen, noch ein Gefallen, da noch eine kleine Hilfsbereitschaft, dann noch einen Anruf für jemanden tätigen, den man gar nicht gut kennt und schwupsdiwupps ist der Tag schon wieder vorbei. Man war beschäftigt, doch viel für sich selbst erledigt bekommen, hat man eigentlich nicht. Wo ist die Zeit hin verschwunden?

Kurzzeitig fühlen wir uns ja gut, wenn wir mal schnell einen Gefallen erledigen. Wenn man dazu noch ein sehr positiver Mensch ist, dann ist es auch noch unsere Art, dass wir negativen Menschen einen Silberstreifen am Horizont präsentieren wollen. Wieder fühlen wir uns kurzzeitig gut, doch innerlich wissen wir vermutlich, dass man die Menschen nicht ändern kann, wenn sie nicht selbst dazu bereit sind. Wir geben unsere eigene Energie her, wir bieten unsere eigene Zeit und Hilfe für andere. Doch was, wenn gar nichts zurück kommt?

Darum sage ich öfters „Nein!“

Versteht mich nicht falsch. Ich helfe sehr gerne, doch nicht, wenn ich merke, dass die Gutmütigkeit nur ausgenützt wird. Früher ist es mir unglaublich schwer gefallen, einfach mal „Nein“ zu sagen. Ich habe oft „Ja“ gesagt, einfach, weil ich die andere Person nicht enttäuschen wollte oder nicht wusste, wie ich ablehnen konnte. Ich war total unsicher. Auch wenn mein Bauchgefühl im ersten Moment „Nein, tu das nicht, das willst du doch gar nicht“, sagte. Irgendwie habe ich es trotzdem getan.

Gefallen summieren sich auf. Es kostet Zeit und Energie. Zeit und Energie, die wir in etwas anderes investieren könnten. Mir wurde es zu viel. Zu viele Gefallen, die mich selbst davon abgehalten haben, meine eigenen Sachen gut erledigen zu können.

Irgendwann wurde mir dann die Bedeutung von Prioritäten bewusst. Was und wer sind mir wirklich wichtig? Von wem kommt auch etwas zurück? Wer nutzt aus und wer braucht wirklich Hilfe? Wo will ich überhaupt hin? Habe ich nicht auch eigene Träume und Ziele, die ich erreichen möchte, anstatt nur andere zu unterstützen?

Mittlerweile weiß ich es ganz genau. Wem und was schenke ich meine Zeit. Was bringt mich nach vorne und was würde mich nur nach hinten ziehen. Weil ich öfter Nein sage, habe ich weniger Stress, denn ich schenke nur noch wenigen Dingen und Menschen meine Aufmerksamkeit.

Hier habe ich die ersten Fragen für dich, die dir bei zukünftigen Entscheidungen helfen können:
  • Was sind deine persönlichen Ziele?
  • Warum sind dir deine Ziele wichtig?
  • Welche Menschen sind dir am wichtigsten?
Berufliche Hilfestellungen:
  • Hilft mir das beruflich, für meine langfristige Vision?
  • Bringt mich das von meiner Vision weg?
  • Bringt mich das von meinen Liebsten weg?
  • Wird mich das stressen, wird das anstrengend?
  • Bin ich bereit auf andere Dinge dafür zu verzichten?
  • Ist das deren kurzfristiger Stress, den sie auf dich nun übertragen?

 

„You have to decide, what your highest priorities are and have the courage – pleasantly, smilingly, nonapologetically – to say ’no‘ to other things. And the way to do this, is to have bigger burning ‚yes“ inside.“ – Stephen Covey 

 

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine PR-Agentur schreibt mir, weil sie eine Kampagne starten möchten. Es ist Dezember und die Kampagne soll in den nächsten zwei Wochen starten. Früher hatte ich oft zugesagt, wenn das Produkt/Kampagne zu mir passt, doch ich realisierte, was das immer wieder für ein Stress wurde. Konzept ausdenken, Angebot schreiben, Bilder und Texte machen, Bilder und Text vorher einschicken, damit der Kunde drüber schauen kann. Nochmal was abändern. Posten. Auswertung machen usw. So etwas ist immer ziemlich aufwendig, vor allem, wenn man nebenbei eigentlich etwas anderes auch noch hat, an dem man arbeitet.

Mich fingen an diese kurzfristigen Anfragen zu nerven. „Seit wann wisst ihr denn von der Kampagne Bescheid und warum gebt ihr mir erst jetzt Bescheid?“

Oft übertragen Menschen ihren Stress auf uns. Frage also direkt: „Ok, nächste Woche soll es fertig sein. Was ist aber die richtige Deadline – Wann ist es so schlimm, dass draußen die Welt untergeht, wenn ich es nicht erledige? Und PS: Seit wann weißt DU eigentlich davon Bescheid, dass es so schnell fertig sein soll? Aha, schon seit 4 Wochen?“ – und die „Deadline“ lässt sich meistens verschieben.

oder

Oder du antwortest so wie ich jetzt: „Vielen Dank, dass du dabei an mich gedacht hast. Leider bin ich derzeit ausgebucht und nehme keine kurzfristigen Anfragen an. Ich werde in meinen Kalender schauen, wann ich wieder Zeit habe. Melde dich gerne in den nächsten Monaten wieder.“

Klingt nicht schlecht, oder? 😉

 

Mehr zu dem Thema gibt’s auch in der neuen Podcast Episode:

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