AUSGEBRANNT?

https://youtu.be/5bUNgBFutGI
Ins Aus geschossen

Keine Luft, Ohnmacht, Schwindelgefühle. Normalerweise, wenn ich zu viel mache, werde ich krank und nach 1-2 Wochen ist wieder alles ok und alles läuft wie normal. Doch diesmal war es anders.

Nicht nur der Körper machte schlapp, sondern auch der Geist. Es fühlte sich so an, als hätte jemand den Stecker gezogen und was übrig blieb, war ein leerer Körper, der wie ein Kartoffelsack zu Boden fällt. Ich fühlte mich ausgebrannt.. und ich bin gerade erst 23 geworden?

Es darf nicht ignoriert werden

Heute muss ich mir einfach ein paar Zeilen von der Seele schreiben. Es ist ein Thema, das nicht ignoriert werden soll. Ich habe meine Zeit gebraucht, das Ganze zu verarbeiten. Ich bin aber bereit darüber zu schreiben oder darüber zu reden und das hilft mir immer sehr, Dinge zu verabeiten und damit abzuschließen.

Seit Ende Juli ist es hier ein bisschen ruhiger geworden und vor allem: weniger persönlich.

Nicht, weil ich nicht schreiben will, sondern, weil ich einem (unerwarteten) Burnout-mäßigen Zustand war/bin. Ich fühlte mich nicht krank, war im Juli total happy und auf einem extremen Hoch, habe (immer noch) Freude an den Sachen, die ich tue, doch mein Körper schreite: Erschöpfung!

Das war ziemlich unheimlich, muss ich zugeben. Im Juli ging’s mir super gut, denn ich hatte gerade meine Mentaltrainerausbildung abgeschlossen und machte das, was mich begeistert. Ende Juli ging’s dann für mich nach Schweden und wie aus dem nichts, machte alles zu. Der Körper, der Kopf, der Geist.. Ich war Kraftlos, Tränen stiegen mir in den Augen und ich wusste nicht mal warum. Ich fühlte mich einfach nur müde und erschöpft.

Meine Atmung war seit einigen Wochen sehr flach und „steckte“ im Brustbereich fest. Ein ignoriertes Anzeichen von Dauerstress? Schon im März wollte mich mein Freund auf Urlaub schicken, doch ich hatte seit 3 Jahren das Gefühl, dass ich „dafür keine Zeit habe“. Dumm. Einfach nur dumm.

Ich fühlte mich wie eine Versagerin

Seit Mitte Oktober geht es mir wieder deutlich besser und ich fühle mich wieder wie 80%. Ich bin noch immer geschwächt, doch nach über 2 1/2 Monaten Pause, mache ich endlich wieder Sport. Der Puls ist deutlich höher, als normalerweise, doch was soll’s! Ich bin so glücklich, dass ich wieder Sport machen kann und da ist es egal, wenn ich wie ein Nilpferd durch die Gegend hopse. 🙂

Ich fühlte mich aber wie eine Versagerin. Warum?

Weil ich mich eigentlich glücklich schätzen kann, weil ich diese Dinge tue, die mir Spaß machen. Trotzdem wurde alles zu viel. Die Nachfrage ist groß, wenn du etwas gut kannst. Neider und sog. „Bloggerkollegen“ lassen dich wie einen Kartoffelsack fallen, wenn sie nicht mithalten oder auch glauben, sie sind „etwas besseres“. Doch auch solche Sachen gibt’s in anderen Berufen und im „wahren Leben“ oft genug. Ich fühlte mich wie eine Versagerin, weil ich ein bisschen in der Öffentlichkeit stehe und gerade von meinen Plänen berichtet hatte und plötzlich nichts mehr ging. Ich fühlte mich wie eine Versagerin, weil man doch nicht jammert, sondern immer brav weiter macht.

Ich fühlte mich wie eine Versagerin, weil nur ich selbst dafür verantwortlich bin und es tut weh, wenn man ehrlich zu sich selbst ist und sagt: „Du bist selbst schuld!“

Zudem bin ich ziemlich extrem in den Sachen, die ich mache. Ich kann mich unendlich für etwas begeistern und stecke viel (zu viel) Energie hinein. Exremer Perfektionismus. Ich lese total gern, will alles wissen, finde neue spannende Themen, lese Bücher zu Marketing, Mentaltraining, Biografien und finde das einfach unglaublich interessant, so dass dann mein Kopf einfach keine Ruhe gibt. Mentaltrainerausbildung, Studium, Diplomarbeit, Blog, Aufträge, berufliche Reisen, regelmäßiges Training, Social Media, Öffentlichkeit, Privatleben.. In den letzten Wochen vor August habe ich sehr schlecht geschlafen, weil mein Kopf nicht zur Ruhe kam. Ideen, Gedanken, Möglichkeiten… alles fließt und poppt wie Popkorn durch den Kopf.

Es macht nichts, wenn man viel tut, doch ich war schlecht im planen, was für Dauerstress sorgte. Zudem bekam ich die Diagnose ADHS, was so gesehen nichts schlimmes ist, doch es hat mich eine lange Zeit sehr beschäftigt (= Aufmerksamkeitsproblem = Probleme im Studium, hohe Begeisterungsfähigkeit, extreme Besessenheit, extreme Energieschübe mit anschließenden tiefen Phasen..).

Natürlich ist die PR- und Bloggerbranche auch nicht ganz ohne, aber Stress gibt’s in vielen anderen Berufen auch.

Mit diesem Blogpost will ich gar nicht ausdrücken, dass mein Leben anstrengender oder stressiger ist, als deines. Stress ist etwas, was wir selbst spüren und uns selbst einreden! Und doch wird man von der Gesellschaft blöd angeglotzt, wenn man sagt, dass man keinen Stress hat.

Wie geht es weiter?

Ich habe in den letzten Wochen sehr viel reflektiert und überlegt. Ich brauchte unbedingt etwas Neues und somit gibt’s jetzt meinen Podcast: The Shining Life (auf Itunes und Soundcloud), was mich total begeistert, weil ich damit Menschen wirklich helfen und inspirieren kann. Zudem habe ich mein Team erweitert, weil das Pensum an Arbeit alleine nicht mehr möglich war und ich überlege mir sehr genau, womit ich in Zukunft meine Zeit verbringen werde. Zudem bin ich am weg lockerer und gelassener zu werden. 🙂

Hat jemand auch schon eine ähnliche Erfahrung gemacht? Ich bin offen für alle Tipps und freue mich über euere Geschichten.

Danke für euren Support. <3

 

 

ps: Etwas verspätet kommt auch ein Video dazu online – ich erzähle euch darin noch mehr von meinen persönlichen Erfahrungen.

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8 Kommentare
  • Sabi
    Kommentiert am 05 November um 20:58 Antworten

    Liebe Klara. Danke für die offenen Worte, ich bewundere das sehr. Ich hatte heuer auch genau das gleiche durchgemacht. Der Umzug von Amerika nach Österreich, dann gleich nach der Ankunft eine neue Wohnung einrichten, neuer Job, Freunde und Familie,jeder wollte mich sehen und gleichzeitig wollte ich auch meinenBlog perfekt machen und weiterkommen damit. Dazu kamen noch persönliche Probleme. Angefangen hat es bei mir dann mit extremer Müdigkeit. Dann habe ich die Pille abgesetzt, weil ich noch alles darauf geschoben habe. Dann habe ich leider (für mich gefühlt) Fett angesetzt und mich unwohl gefühlt und irgendwann ging es auch mit den Symptomen los die du beschreibst. Atemnot, schlechter Schlaf, komplette Konzentrationsprobleme, ständiges Heulen, extreme Müdigkeit. Ich hab’s auf das Absetzen von der Pille geschoben, ein Arzt hat mich dann aber ebenfalls so diagnostiziert, dass es alles auf den Stress zurückzuführen ist. Ich weiß nicht ob du dich an meinen Kommentar da auf Instagram erinnern kannst, als ich geschrieben habe, dass mir sogar der Sport zu anstrengend ist und du gefragt hast warum. Jetzt habe ich mich eine Zeit lang zurückgenommen und nichts mehr gemacht, wo ich nicht 100% sicher war, dass es mich nicht wieder in die Spirale bringt. Jetzt geht es mir wieder viel besser und ich habe viel mehr Energie.
    Extrem langer Text – Kurzer Sinn… Du bist nicht die einzige Mid-20erin die leider erkennen muss, dass diese Art Burnout plötzlich kommen kann.

  • Charlin Rennekamp
    Kommentiert am 06 November um 08:08 Antworten

    Liebe Klara,
    Toll dass du uns auch von sowas erzählst.
    Ich bin normalerweise eine stille Mitleserin (schon seit Jahren!), aber ich möchte dir unbedingt mitteilen wie gerne ich deine Podcasts höre (die ersten Podcasts meines Lebens ;)) und wie sehr sie mir helfen. Nach dem hören habe ich immer total Lust, deine Tipps umzusetzen und sowohl beim Zugfahren als auch beim Einschlafen höre ich super gern deine Stimme. Ich bin froh dass es dir wieder besser geht und hoffe, dass du dich bald wieder nach 100% fühlst. Danke dass du das alles machst ❤️
    Liebe Grüße, Charlin

    • Klara
      Kommentiert am 08 November um 10:27 Antworten

      Hi Charlin,
      vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst mir das zu sagen. Das motiviert mich und freut mich sehr. 🙂
      Es freut mich auch besonders, dass du die Tipps umsetzt, darauf kannst du super stolz sein! 🙂
      Danke, dass du da bist!
      Alles Liebe,
      Klara

  • Moni
    Kommentiert am 06 November um 10:22 Antworten

    Ich finde es schade, dass viele in der Bloggerwelt mit der Zeit glauben, ihr Blog würde nur mithalten, wenn so viele Posts wie möglich erscheinen. Dadurch entsteht Druck und Vergleich und das kann gar nicht gut gehen. Ich finde man kann auch guten Content liefern, wenn nur 1 Beitrag die Woche oder alle 2 Wochen kommt – wenn man etwas davon mitnehmen kann 🙂 Danke für deine Ehrlichkeit und viel Energie und Pausen (!) für die Zukunft 🙂

    • Klara
      Kommentiert am 08 November um 10:26 Antworten

      Da hast du absolut recht Moni. Ein Grund, der mich einfach gestresst hat, aber mittlerweile denke ich nicht mehr so streng daran. 🙂
      Danke für deine lieben Worte! 🙂
      Alles Liebe,
      Klara

  • Anna
    Kommentiert am 07 November um 19:58 Antworten

    Liebe Klara,
    ich lese seit deiner Vöslauer Werbung am Schneeberg begeistert deinen Blog. Insbesondere weil du auch Tirolerin bist und auch in der Steiermark studierst. Ich bin zwar mittlerweile nach dem Studium noch etwas weiter in den Osten gerutscht – da wären wir wieder beim Schneeberg, mein neuer Hausberg 😉 Ich hatte mich schon gewundert weil du so plötzlich in der Versenkung verschwunden bist, danke das du mit uns die die Begründung teilst was dir widerfahren ist. Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und Energie da wieder raus zu kommen, insbesondere nachhaltig. Lieben Gruß Anna

    • Klara
      Kommentiert am 08 November um 10:23 Antworten

      Hi Anna,
      vielen Dank für deine lieben Worte und es freut mich, dass du eine treue Leserin geworden bist! 🙂
      Ich fühle mich defintiv schon viel besser und bin dankbar für diese „Niederlage“, denn sonst würde ich jetzt nicht so viel nachhaltig verändern. 🙂
      Alles Liebe, Klara

  • Friederike
    Kommentiert am 14 November um 10:44 Antworten

    Moin Klara,

    ich hatte bereits zweimal diesen Zustand des „nicht-mehr-könnens-und-wollens“. Und ich bin auch erst 24. Ich habe sogar eine psychosomatiche Rehaklinik besucht, in der ich mit den Spezialisten nicht herausgefunden habe, was für mich wirklich wichtig ist (das war nach dem ersten Tief, was 1/2 Jahr anhielt). Es brauchte ca. 2 Jahre später ein weiteres Tief um langsam dem Problem auf den Grund zu kommen. Insgesamt dauerte es seit der Reha 2 1/2 Jahre um herauszufinden, dass ich ein Mensch bin, der viel Zeit mit sich selbst verbringen muss, um mit der Welt und all den Einflüssen klar zu kommen. Als hochsensiebler Mensch nimmt man so viele Informationen auf, dass der Kopf kaum zur Ruhe kommt. Meine Lebensaufgabe besteht also darin, diese Informationen zu verarbeiten und zu lernen, mit dieser Reiz- und Informationsüberflutung zurecht zu kommen. Und das funktioniert am besten, wenn man an der Beziehung zu sich selbst arbeitet, wenn man Zeit alleine verbringt, wenn man viel reden und schreiben kann (ich muss zum Beispiel mein Erlebtes vom Tag mindestens 2 Personen erzählen oder schreiben, damit mein Kopf nicht die ganze Zeit damit zu tun hat, das ganze nochmal und nochmal zu durchleben und von allen Seiten zu beleuchten). Wenn du weißt, wer du bist und was du brauchst, kannst du deinen Tag danach aufstellen und die wichtigen Pausen für dich mit einplanen. Dahin zu kommen ist nicht immer ganz einfach aber es ist die Mühen wert!

    Mir persönlich fehlt es jetzt noch ein wenig an Motivation, auch in Sachen Fitness wieder in Schwung zu kommen. Da bin ich hier bei dir glaube ich ganz richtig. Vielen Dank für deine Beiträge bei Pinterest und Insta. Deinen Blog werde ich am Wochenende weiter durchforsten.

    Ganz <3-liche Grüße, Friederike

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