Mentale Stärke: Was bedeutet das für dich?

Mein Weg zum Mentaltrainer

Halli Hallo meine Lieben! 🙂
Wie geht’s euch? Mein Wochenende war sehr lange, da ich von Freitag bis Sonntag am GESU-Institut in Graz war und eine Ausbildung zum Mentaltrainer startete. Ihr wisst ja, dass ich ein wenig bessen von Themen werde, die mich sehr begeistern und die letzten zwei Jahre hatte das Thema „Persönlichkeitsentwicklung“ und „mentale Fitness“ einen großen Schwerpunkt. Ich habe Bücher gelesen, Podcasts gehört, darüber geschrieben und doch gibt es noch so viel, was ich nicht weiß. Aus diesem Grund mache ich jetzt, zusätzlich zu der kurzen Ausbildung in Stockholm und neben dem Studium, eine „richtige“ Ausbildung hier in Graz. Ich möchte von den Profis lernen. 🙂

Mentale Stärke, was bedeutet das?

Vor knapp 7 Jahren, als ich noch klein, unerfahren und naiv war, zogen meine zwei besten Freundinnen und ich in die große weite Welt hinaus. Wir verließen unsere kleine, süße Heimatstadt Lienz und ab ging’s in die (für uns damals groooße) Metropole Graz. Wir hatten absolut keine Ahnung, auf was wir uns da eingelassen hatten. War es cool? Ja. War es aufregend? Ja. War es schwer? Ja. War es zach so früh von Zuhause auszuziehen? Verdammt, ja.

Wenn ich jetzt zurück blicke, dann haben mich diese Jahre aber verdammt stark gemacht. „Stark“ nicht im körperlichen Sinne, sondern es hat mich im Kopf sehr stark gemacht.

Im ersten Jahr in Graz, wo wir regelmäßige Trainingslager mit dem steirischen Triathlonverband hatten, war auch ein Mentaltrainer dabei. Ich hatte zu dieser Zeit ehrlich gesagt wenig Ahnung davon. Ich merkte schon, dass ich im Kopf bei den Wettkämpfen ein Lulu war und kläglich versagte, wenn Leistung von mir verlangt wurde, doch beim Training leistungstärker war. Selbstvertrauen? hä. Selbstwertgefühl? Öh.. Mentale Stärke? Blubb.

Unser damaliger Trainer war Mag. Thomas Kayer und ein Zitat, welches er in einer Präsentation gezeigt hat, hatte sich vor 6-7 Jahren in meinen Kopf eingeschweißt. (Für alle, die meinen Blog schon laaaaange lesen, wissen das vielleicht):

When he was aked how it feels to have run 100 meters in less than ten seconds, he noted that it was „not my first time. I have run under the ten seconds many times over in my mind.“ – Carl Lewis

Wie sich alles fügt, so traf ich wieder auf Thomas im Rahmen der Ausbildung und eine der ersten Fragen, die er uns stellte, war folgende:

„Was bedeutet mentale Stärke für dich?“

Hierbei gibt es wirklich kein richtig oder falsch. Jeder interpretiert „mentale Stärke“ für sich selbst und im Sport hat es vielleicht eine etwas andere Bedeutung als für dich und deinen Job.

Hier sind ein paar Punkte, was „mentale Stärke“ für mich bedeutet:

  • Sich selbst treu bleiben.
    Ich der heutigen Zeit war der Zugang zum Internet & Soziale Medien noch nie einfacher. In der heutigen Reizüberflutung werden wir ständig beeinflusst. A macht das, B hüpft dort und XYZ rennen A hinterher. Da soll ich noch wissen, was ich eigentlich will? Ja.
    Der Gruppenzwang kann irsinnig schwer sein, auch ich bekomme das in meiner Branche zu spüren. Doch willst du die nächste Kopie von 0815 sein, oder etwas eigenes, ganz einzigartiges auf die Beine stellen?
  • Eigene Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu nehmen.
    Anderen die Schuld für etwas zu geben ist für mich ein Zeichen von Schwäche. Wir alle machen Fehler. Ich habe das vermasselt, also stehe ich dazu.
  • Ich sage „Nein“, wenn ich nicht will oder wenn es mir nicht gut tut.
    Ich halte mich von Dingen fern, die mir nicht gut tun. Ich halte mich von Menschen fern, die mich runterziehen. Ich weiß die Zeit zu schätzen und wähle bewusst, wofür ich mich entscheide, was ich annehme und was ich ablehne.
  • Im entscheidenden Moment da zu sein.
    Das ist mir früher viel schwerer gefallen als jetzt. Ich habe Techniken gelernt, wie ich auch in entscheidenden Situationen meine Leistung erbringen kann (obwohl es mir auch schwer fällt) und ich habe das trainiert. Wie ich meinen Biceps im Fitnessstudio trainiere, doch ist auch das mentale Training nichts anderes. Ich trainiere meinen Kopf und nur durch regelmäßige Wiederholungen wird es besser.
  • Gesundheit.
    Wenn es mir im Kopf nicht gut geht (Selbstzweifel, Depressionen usw.), dann bringt mir der durchtrainierteste Körper auch nichts. Es beginnt im Kopf. Punkt.
  • Durchhaltevermögen.
    Manchmal hat man eine Tiefphase. Die gehört zum Leben dazu. Es gibt Sommer und Winter. Tag und Nacht. Ein Hoch und ein Tief. Alles wird wieder besser, durchhalten.
  • Sich selbst zu akzeptieren.
    Wir alle sind so wunderbar individuell. Groß, klein, sensibel, leidenschaftlich, neugierig, kreativ, logisch, ordentlich, chaos, impulsiv, ruhig.. Was macht dich, dich?
  • Im Dirnd am Berg zu posen, während die Menschen, die mit dem Lift über dich drüber fahren, lachen und zusehen. Da musste ich meine eigene Stärke beweisen, denn so sind diese Bilder entstanden. 🙂

Ich hoffe der Beitrag gefallen. Was bedeutet „mentale Stärke“ für dich? Es gibt keine Grenzen und die Liste kann fortgesetzt werden. 🙂

*In Kooperation mit dem GESU Institut.

 

 

2 Kommentare
  • Katharina
    Kommentiert am 12 April um 17:22 Antworten

    Hallo Klara,
    ein ganz arg tollen Beitrag hast du da verfasst! So richtig aktiv darüber nachgedacht was mentale Stärke für mich ausmacht habe ich noch nie, danke für den Denkanstoß! Dass ich sie brauche, ja definitiv! Gerade auf das Training verzichten müssen weil es verletzungbedingt nicht anders geht – eher doof. Dazu noch zu sehen wie die anderen im Frühjahr fitter und besser werden kratzt dann schon ziemlich. Wissen dass ich jetzt stark sein muss tue ich. Nur an der Umsetzung hapert es noch. Daher vielen Dank für deinen Input!
    Liebe Grüße
    Katharina

    • Klara Fuchs
      Kommentiert am 21 April um 08:00 Antworten

      Hi Katharina, vielen Dank für deinen Kommentar und für deine netten Worte. 🙂
      Ich verstehe dass das total schwer ist, wenn man verletzungsbedingt auf’s Training verzichten muss. Doch genau diese Rückschläge machen uns stärker und zudem kannst du dich in dieser Zeit auf etwas anderes fokussieren. Was kannst du jetzt statt dessen machen und was dir auch Spaß macht? 🙂
      LG, Klara

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